Leitlinien für Medienschaffende

Essstörungen werden in unserer Gesellschaft oft missverstanden, unterschätzt oder sogar fehlinterpretiert, was unter anderem aus einer ungenauen Berichterstattung sowie unreflektiertem Sprachgebrauch resultiert. Daher wurde eine Leitlinie für Medienschaffende entwickelt, die sie unter folgendem Link finden:

http://www.br-online.de/jugend/izi/deutsch/forschung/trendforschung/Leitlinien_fuer_Medienschaffende.pdf

International gibt es bereits eine Reihe von Initiativen, die darauf abzielen, eine verantwortungsvolle, genaue und sensible Darstellung von psychischen Erkrankungen, wie den Essstörungen, in den Massenmedien zu fördern. Mehr dazu erfahren Sie unter:

https://nedc.com.au/eating-disorders/prevention/media-guidelines/

https://www.beateatingdisorders.org.uk/media-centre/media-guidelines

Wir begrüßen eine sensible Berichterstattung, die

  • der Prävention dienlich ist
  • Betroffenen und Eltern hilft, Zugang zu Hilfsmöglichkeiten zu finden.
  • Informationen über ALLE Essstörungen zu verbreiten (und nicht nur über die Magersucht, sondern auch die die medial viel zu wenig beachtete Binge Eating-Störung oder Bulimie)
  • sensibilisiert für Themen, wie Gewichtsdiskriminierung und Auflösung von Tabus um seelische Erkrankungen
  • die medial verbreitete überschlanke Idealbilder kritisch betrachtet

Die Leitlinien wurden auf der Basis einer Expertenbefragung entwickelt. 44 Personen, die professionell in der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Essstörungen arbeiten, äußerten frei ihre Hinweise für Medienschaffende.

Die daraus entwickelten typischen Äußerungen wurden dann in Zusammenarbeit mit Sigrid Borse
(Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen gGmbH), Prof. Dr. Eva Wunderer (Hochschule Landshut), Martina Hartman (Beratungszentrum bei Essstörungen Dick & Dünn e. V., Berlin) sowie weiteren ausgewiesenen Expertinnen und Experten im Bereich Essstörungen redigiert.

Obwohl sich diese Leitlinie an Medienfachleute richtet, können die fünf Schlüsselbotschaften auch Lehrer:innen, Sozialpädagog:innen und Kulturschaffenden im Umgang mit der Thematik bei Kindern und Jugendlichen hilfreich sein. Zudem unterstützen sie Fachleute aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sport, Fitness, Schönheit und Mode dabei, geeignete Kommunikationskampagnen und -programme evidenzbasiert umzusetzen.

Herzliche Grüße

Ihr NESSA-Team

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